Krankmeldung und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Vorgaben, Rechte & Pflichten


Durch Krankmeldung weist ein Arbeitnehmer nach, dass er aufgrund von Krankheit nicht dazu in der Lage ist, seine vertragliche Pflicht zur Arbeitsleistung zu erfüllen. Sie ist nicht irgendwann fällig, sondern sobald der Arbeitnehmer feststellt, dass er nicht zur Arbeit erscheinen wird. Mitarbeiter, die diese Vorgabe auf die leichte Schulter nehmen, riskieren eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung. .


Welche formalen Vorgaben gibt es für die Krankmeldung?

Für die Krankmeldung gibt es keine formalen Vorgaben. Der Arbeitnehmer kann im Unternehmen anrufen und Bescheid geben oder eine E-Mail schreiben. Er kann auch jemanden beauftragen, für ihn Bescheid zu geben oder selbst beim Arbeitgeber vorbeigehen, wenn sein Gesundheitszustand es zulässt. Wenn Sie eine HR Software nutzen, können Mitarbeiter natürlich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im System hochladen.

Allerdings können Sie als Arbeitgeber die Einhaltung bestimmter Formalitäten verlangen. Wenn die Prozesse im Unternehmen es beispielsweise nicht zulassen, dass permanent E-Mails gelesen werden, kann der Arbeitgeber vorschreiben, dass die Krankmeldung auf telefonischem Wege stattzufinden hat, da nur so der reibungslose Ablauf im Unternehmen sicher gestellt werden kann. Dann aber kann der Arbeitnehmer sich beispielsweise durch ein Familienmitglied bei der Krankmeldung “vertreten” lassen.


Was ist der Unterschied zwischen Krankmeldung und Krankschreibung?

Von der Krankmeldung abzugrenzen ist die Krankschreibung. Die Krankmeldung erfolgt durch den Arbeitnehmer selbst. Sie ist nur die Information über die Krankheit an den Arbeitgeber. Sie kann und muss daher auch dann erfüllen, wenn man selbst für einen Gang zum Arzt zu krank ist.

Eine Krankschreibung dagegen erfolgt durch den Arzt. Dieser stellt nach einer Untersuchung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, die beim Arbeitgeber vorgelegt werden kann. Eine Krankschreibung ist spätestens ab dem 4. Tag der Krankheit vorzulegen. Dies ist gesetzlich so vorgeschrieben.

Im Arbeitsvertrag oder in einer Zusatzvereinbarung kann jedoch vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer schon früher eine Krankschreibung vorzulegen hat. Tatsächlich kann der Arbeitgeber sogar eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an dem ersten Tag per Arbeitsanweisung verlangen, und das ohne Angabe von Gründen. Dies passiert meist dann, wenn der Arbeitgeber den verdacht hat, dass Arbeitnehmer die Regelung ausnutzen, sich zu häufig krankmelden und sich auf diese Weise zusätzliche freie Tage verschaffen wollen.

Natürlich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch vereinbaren, dass die Krankschreibung nicht am 4. Tag der Krankheit, sondern erst später zu erfolgen hat. Besonders in kleineren Unternehmen, in denen man jeglichen bürokratischen Aufwand für alle Beteiligten vermeiden möchte, kommen solche Vereinbarungen vor. Für spätere Ansprüche ist es jedoch aus Arbeitnehmer-Sicht sinnvoll, sich die Arbeitsunfähigkeit ab dem 4. Tag durch einen Arzt bestätigen zu lassen.

Viele Unternehmen verzichten bewusst auf die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag, um so ihren Mitarbeitern den Gang zum Arzt zu ersparen und auch um langwierige Krankschreibungen zu verhindern.